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Auf den Spuren von James Bond am Comer See

Aktualisiert: 5. März

Ein Tor öffnet sich. Eine schwarze Limousine fährt langsam hindurch. Die Sonne steht tief, ihr Licht taucht Wasser und Berge in warmes Gold. Vor dieser Kulisse erhebt sich die Villa Gaeta still und monumental, beinahe entrückt - dann Schnitt. Eine Luftaufnahme zeigt See und Villa aus der Vogelperspektive: ruhig, weit, zeitlos.


Diese letzte Szene aus Casino Royale gehört zu den ikonischsten Momenten der gesamten James-Bond-Reihe. Ein kurzer Augenblick gespannter Stille, ein schneller Schuss und der Fahrer der Limousine bricht zusammen, Bonds Gegenspieler Mr. White bleibt verletzt zurück. Dann folgt der Satz, den jeder kennt:„Mein Name ist Bond. James Bond.“



Gedreht wurde diese Szene an der Villa Gaeta bei uns in Acquaseria. Ein Ort am Comer See, der bis heute nichts von seiner geheimnisvollen Eleganz verloren hat. Genau diese besondere Atmosphäre überzeugte wohl auch die Filmemacher von Casino Royale, die Acquaseria als Schauplatz für das Finale eines unserer Meinung nach besten James-Bond-Filme wählten. Wer hier Urlaub macht, erlebt den Comer See nicht nur als Reiseziel, sondern auch als filmische Kulisse, in der sich Licht, Landschaft und Geschichte auf einzigartige Weise miteinander verbinden.


Die Villa Gaeta liegt zwischen Acquaseria und Menaggio, direkt am Ufer des Comer Sees. Was im Film wie eine ferne, fast unerreichbare Kulisse wirkt, befindet sich in Wirklichkeit quasi in unserer direkten Nachbarschaft.

Zur Villa gelangt man über einen schmalen Weg in Richtung Menaggio, der unmittelbar am Wasser entlangführt. Ob für einen entspannten Spaziergang oder eine gemütliche Fahrt mit dem Fahrrad, in weniger als zehn Minuten taucht die Villa plötzlich vor einem auf. Wir lieben diesen Weg besonders am frühen Morgen, wenn wir mit dem Rad nach Menaggio fahren, um frische Brötchen zu holen.



Für Gäste unserer Vespa Azzurra bedeutet das: Die berühmte James-Bond-Kulisse ist nicht nur ein Fotomotiv, sondern ein ganz selbstverständlicher Teil des täglichen Urlaubs. Schon irgendwie cool – findet ihr nicht?


Doch wer glaubt, die Villa Gaeta sei der einzige James-Bond-Drehort am Comer See, der irrt. Sie war nur der Anfang. Nur wenige Kilometer entfernt wartet ein weiterer Ort, der Filmgeschichte geschrieben hat.


Villa del Balbianello – Bonds Rückzugsort am Comer See

Auf einer schmalen Landzunge gelegen, umgeben von kunstvoll angelegten Gärten und mit freiem Blick über den Comer See, zählt die Villa del Balbianello zu den eindrucksvollsten Villen in ganz Norditalien. In Casino Royale dient sie als Rückzugsort für James Bond. Ein Ort der Ruhe nach den dramatischen Ereignissen in Montenegro.

Die Atmosphäre hier ist eine völlig andere als bei der Villa Gaeta: heller, offener, fast meditativ. Statt düsterer Spannung prägen Licht, Weite und Eleganz das Bild. Genau dieser Kontrast macht diesen Ort als Filmkulisse so besonders – übrigens nicht nur für James Bond. Auch Star Wars: Episode II – Attack of the Clones wurde hier gedreht und unterstreicht die fast schon märchenhafte Wirkung der Villa.



Die Villa del Balbianello liegt bei Lenno, rund 12 Kilometer südlich unserer Ferienwohnung. Zum Parken empfehlen wir folgenden Parkplatz:👉 https://maps.app.goo.gl/f8Bp3cCTTNgphjjd6

Von dort aus ist die Villa entweder zu Fuß über einen Panoramaweg oder ganz stilecht mit dem Boot erreichbar. Besonders vom Wasser aus wirkt die Villa beeindruckend und fast schon surreal.



Besuch der Villa del Balbianello – Tickets & Tipps

Die Villa del Balbianello kann ganz regulär besichtigt werden. Tickets für den Besuch der Villa und der Gärten lassen sich online kaufen:👉 https://ticket.fondoambiente.it/events/villa-del-balbianello/villa-del-balbianello

Gerade in den Sommermonaten empfehlen wir dringend, die Tickets ein bis zwei Tage im Voraus zu buchen. Die Besucherzahlen sind begrenzt und es kommt häufig vor, dass vor Ort keine Tickets mehr erhältlich sind. Mit einer vorherigen Buchung lässt sich der Besuch entspannt planen.

Bei unserem Besuch haben wir uns entschieden, die Villa del Balbianello zu Fuß zu erreichen. Der Weg entlang des Sees ist landschaftlich wunderschön und eröffnet immer wieder neue Ausblicke auf das Wasser und die umliegenden Berge. Während man gemütlich Richtung Villa spaziert, lässt sich das Geschehen auf dem See beobachten: Boote, oft mit auffällig gut gekleideten Passagieren legen im Hafen ab und machen sich ebenfalls auf den Weg zur Villa. Ein ruhiges, leicht bizarres Schauspiel, das aber perfekt zur besonderen Atmosphäre dieses Ortes passt.



Angekommen bei der Villa präsentiert sich der Ort als ein einziges großes Fotomotiv. Wir haben selten einen Platz erlebt, der so penibel gepflegt ist wie die Villa selbst und ihre Gärten. Jeder Weg, jede Terrasse und jede Blickachse wirkt durchdacht und perfekt in Szene gesetzt, ohne dabei künstlich zu erscheinen.

Auch das Innere der Villa erzählt viel von der Geschichte dieses Ortes. Die Räume sind mit historischen Möbeln, wertvollen Kunstobjekten sowie einer Sammlung von Büchern, Karten und Reiseerinnerungen ausgestattet. Besonders prägend ist der Einfluss des letzten privaten Besitzers Guido Monzino, eines italienischen Entdeckers und Unternehmers. Man merkt schnell: eine große Leidenschaft für Expeditionen, ferne Länder – und offenbar auch sehr viel Geld.

Ein Highlight im Inneren ist die Bibliothek mit Blick auf den See – ein ruhiger, beinahe kontemplativer Raum, der die Verbindung zwischen Innen- und Außenwelt perfekt herstellt. Große Fenster öffnen den Blick auf das Wasser und lassen Licht und Landschaft Teil des Raumes werden.



Mindestens ebenso beeindruckend sind die Gärten der Villa. Sorgfältig angelegte Terrassen, akkurat geschnittene Hecken und immer wieder neue Sichtachsen lenken den Blick über den Comer See. Besonders bekannt sind die beiden ikonischen Platanen-Spaliere, die wie ein natürliches Tor wirken und zu den meistfotografierten Motiven der Region zählen. Trotz der präzisen Pflege wirken die Gärten nie streng – vielmehr entsteht der Eindruck eines perfekt komponierten Zusammenspiels aus Natur und Architektur.



Alternativ kann man den Rückweg auch über den Greenway del Lago di Como durch den Wald antreten. Der Weg ist angenehm schattig, ruhig und bildet einen schönen Kontrast zur offenen Uferpromenade. Besonders an warmen Tagen ist das eine gute Alternative.

Auf dem Rückweg haben wir den Ausflug entspannt ausklingen lassen und uns am Hafen noch einen Cappuccino gegönnt. Nach all den Eindrücken, Blicken und Geschichten war das der perfekte Moment, um einfach sitzen zu bleiben, auf den See zu schauen und das Erlebte wirken zu lassen.



Für den Besuch der Villa del Balbianello empfehlen wir, insgesamt etwa zwei Stunden einzuplanen. So bleibt genug Zeit, um sowohl die Gärten als auch die Villa in Ruhe zu erkunden und die besondere Atmosphäre dieses Ortes ohne Eile zu genießen.

Nach einem Tag voller Eindrücke versteht man sehr gut, warum sich die Filmemacher für den Comer See als Kulisse entschieden haben. Wer diese Orte selbst erlebt hat, sieht den Film Casino Royale plötzlich mit ganz anderen Augen – und rundet den Tag vielleicht am schönsten ab, indem man den Film am Abend noch einmal anschaut. Denn dann ist es nicht mehr nur großes Kino, sondern plötzlich auch ein Stück gelebte Erinnerung.




 
 
 

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